Hola♡
Dank Hanne habt ihr ja schon einen tollen Einblick in das abenteuerreiche Leben, hier so nah am Äquator bekommen. Doch da alle mitreisenden Schüler in verschiedenen Gastfamilien wohnen, erleben wir natürlich auch alle andere Abenteuer. Ich werde nun mal ein paar meiner Erlebnisse erläutern.
Im Gegensatz zu der lieben Hanne bin ich nicht die einzige deutsche Austauschschülerin in meiner Gastfamilie. Durch den (erfolgreichen) Jugendboxer Maxim habe ich jemanden mit dem ich mich auf deutsch unterhalten kann. Natürlich versuchen wir uns mit unseren Gastgeschwistern auf deutsch zu unterhalten, doch auch diese lernen erst noch unsere Sprache, weshalb es noch einige Verständigungsprobleme gibt. Auch wir trainieren hier unsere Sprachkenntnisse, die manchmal auf eine harte Probe gestellt werden, denn unsere spanischen Eltern sprechen nur ein paar Brocken Englisch. Trotz alledem sind dies natürlich alles Kleinigkeiten, die aber nichts gegen den Rest sind. Das Gefühl zum ersten mal auf der Südhalbkugel zu sein, umgeben von Palmen, freilaufenden Leguanen und sehr gastfreundlichen Menschen, ist sehr aufregend!
Man sollte unser nahezu luxuriöses Leben hier aber keineswegs für selbstverständlich halten, denn auf unserem Weg zur Innenstadt, nach Guayaquil, sieht man an manchen Flussufern das komplette Gegenteil der Villen in unseren umzäunten Urbanisierungen. Sicher weiß man, dass Ecuador nicht gerade das wirtschaftlich weitentwickeltste Land ist, doch könntet ihr euch vorstellen nicht mal zum Zähneputzen fließendes Wasser zu haben? Doch diese Sorgen haben wir zum Glück nicht!
Wer von euch in der Schule Französisch lernt / gelernt hat, hat es eigentlich nicht so schwer den Kontext der spanischen Gespräche am Esstisch oder in der Schule zu verstehen. Auch wenn ich noch nie spanisch gelernt habe, sind die Konversationen durch Mimik und Gestik sehr amüsant!
Ein echt tolles Gefühl ist, wenn man aus einem Klimaanlage-unterkühlten Klassenzimmer in die warme Tropenluft kommt. Wahrscheinlich denkt man hier, dass in Deutschland ein ähnliches Klima wie in Alaska ist, aber man versucht es uns immer so kühl wie möglich zu halten. Mit neuen Freunden war ich gestern im Kino. Wirklich toll finde ich, dass man hier viele Filme in Englisch schauen kann, sogar mit spanischen Untertitel. Trotz dessen friert man sich dort sein kleines deutsches Hinterteil ab und man sollte sich mit salzigem Popcorn anfreunden.
Man kann eigentlich viele Paralleln zu unserer europäischen Kultur ziehen. Was mir an Deutschland ein bisschen fehlt, ist aber einfach diese Gastfreundlichkeit. Es herrscht immer diese gewisse Hektik. Aber dafür haben sich die Vorurteile an die ecuadorianischen Menschen mit "auf den letzten Drücker oder am besten gleich komplett zu spät kommen" bestätigt, weshalb ich wahrscheinlich eher nach der südamerikanischen Moral lebe. (viele Grüße dabei an meine Eltern und meine Freundinnen, die mit mir jeden Tag in die Schule gehen möchten(!), sie wissen wovon ich rede ;)
Ich hoffe, ich konnte jetzt wenigstens einen winzigen Einblick meiner Eindrücke ein bisschen amüsant rüberbringen :D
Ich kann nur sagen, wie dankbar ich meinen Eltern bin, dass sie mir dieses einmalige Erlebnis ermöglichen konnten!!♡ Ich würde jede Chance nutzen um hier nochmal her zu fahren! Man lernt so viele neue, interessante Menschen kennen und eine neue Kultur, die unserer südlichen Kultur sehr ähnlich ist.
Hasta luego und tropische Grüße aus dem 10.000km entfernten Ecuador.
Eure Sophia, Klasse 10fm ♡
Toller Bericht, sehr interessant wer das Land , die Menschen und kulturen nicht kennt.
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